Vergleichende Sprachwissenschaft

Studium am Institut für Vergleichende Sprachwissenschaft

Die Vergleichende Sprachwissenschaft versucht Sprache als eine zentrale Fähigkeit des Menschen zu verstehen: Was sind die biologischen und sozialen Voraussetzungen, dass Sprache entstehen konnte, dass sich Sprachen laufend verändern, und dass Kinder beliebige Sprachen lernen können? Wie verteilen sich sprachliche Strukturen in Raum und Zeit? Wie verwenden Menschen in unterschiedlichen Kulturen ihre Sprachen und was bedeutet das für ihr Denken? Wie wird Sprache wahrgenommen, im Hirn verarbeitet und produziert?

Das forschungsorientierte Institut für Vergleichende Sprachwissenschaft der UZH bietet ein vielseitiges Studienprogramm, das die Lehre eng mit der laufenden Forschung verknüpft. Kernthemen sind:

– Erschliessung und Analyse eines breiten Sprachenspektrums von der Bronzezeit bis in die Gegenwart. Im Zentrum stehen wenig erforschte Sprachen weltweit, mit einem besonders grossen Wahlschwerpunkt im Indogermanischen.

– Quantitative Analysen und Modellierungen von Sprachwandel, Spracherwerb, und Sprachverarbeitung (letzteres besonders in Phonetik).

– Theoriebildung, die die weltweite Verteilung und Evolution von sprachlichen Strukturen, die Produktion und Perzeption von Sprache, sowie die Mechanismen des Spracherwerbs erklären.

 

Gruppen und Laboratorien

Die vier unabhängigen Gruppen und Laboratorien des IVS arbeiten in Forschung und Lehre eng zusammen und bieten zwei Studienrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten an:

– Das Thema der Allgemeinen Sprachwissenschaft ist die weltweite Verteilung von sprachlichen Phänomenen und die Erklärung dieser Verteilung (Was–Wo–Warum). Besonderes Gewicht haben hier bedrohte und wenig erforschte Sprachen.

– Die Indogermanistik beschäftigt sich mit historisch-komparativen Fragestellungen und Methoden, insbesondere zu indogermanischen Sprachen.

– Der Hauptfokus des Psycholinguistischen Laboratoriums ist die Erforschung der psychologischen Grundlagen des Spracherwerbs und der Sprachverarbeitung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.

– Die Comparative Communication and Cognition Group interessiert sich für die evolutionären Ursprünge der menschlichen Sprache. Sie erforscht hierzu die Kommunikation von Primaten und Nicht-Primaten, insbesodere von Vögeln.